Ein kleiner Einblick in unseren Alltag

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Eins der interessantesten Themen für Außenstehende ist oftmals der Alltag einer Mama bzw. einer Familie mit Baby. Eigentlich klingt Alltag immer doch etwas langweilig und man möchte vor diesem meist eher fliehen und etwas Aufregendes erleben, aber mit einem Baby ist Alltag etwas anderes gemeint. Der Alltag hat in diesem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung, als wir es vielleicht sonst kennen. Gleichbleibende Abläufe, feststehende Essenszeiten und immer auftretende Pausen sind eher Fremdwörter für mich. Natürlich haben wir gewisse Routinen eingeführt, aber selbst diese sind sehr flexibel, damit man den Alltag mit einem Kind überhaupt bewältigen kann. Ich möchte euch einen kleinen Einblick in unseren Tagesablauf gewähren, wenn keine bestimmten Termine, wie Babyschwimmen oder meine Sporttage, anstehen.

Valentina ist unser natürlicher Wecker morgens, zwischen 6 und 7 Uhr macht sie sich bemerkbar, damit mein Mann sie aus dem Bett holt. Er befreit Valentina erstmal aus dem Schlafsack und legt sie nochmal zu mir ins Bett, damit er dann uns beide einen guten Morgen wünschen und das Tageslicht reinlassen kann. Während er ins Bad geht, kuscheln Valentina und ich noch ein Minütchen. Zuerst mache ich immer Valentina frisch und ziehe sie an, um sie dann kurz nochmal in ihrem Bettchen sitzend „parken“ zu können, damit ich mich dann frisch machen bzw. schnell duschen kann. Derweil ist mein Mann schon nach oben gewandert und bereitet sein Frühstück vor. Nachdem ich dann halbwegs passabel aussehe (die Mamas unter euch, kennen ja das Problem 😀 ), schnappe ich mir die kleine Maus und wir gehen auch nach oben.

Während ich das Frühstück für Valentina und mich vorbereite, spielt der Papa noch ein wenig mit der Kleinen, da er dann auch schon bald zur Arbeit muss. Sobald ich das Frühstück aufgetischt habe, sind wir zwei dann alleine. Anschließend gibt es Spielzeit auf der Matte, während ich Abspüle und andere kleinere Haushaltsaufgaben oben erledige. Danach setze ich mich dazu bis Valentina das erste Mal müde wird. Das ist dann die erste Verschnaufpause für uns zwei, denn zwischen 9 und 10 Uhr schläft Valentina auf mir für ca. eine halbe Stunde. Natürlich setze bzw. lege ich mich auf die Couch dafür, denn knapp 10 kg kann man schlecht die ganze Zeit im Stand halten. Nachdem die kleine Maus oft mit etwas knätschiger Laune aufwacht, gehen wir bis zu 2 Stunden spazieren, das ist natürlich vom Wetter und unserer Laune abhängig.

Puhhhh der Vormittag ist geschafft, also steht nun das Mittagessen an. Da mein Mann es öfter schafft seine Pause Zuhause zu  machen, können wir mittags zu dritt warm essen. Das ist wirklich eine Seltenheit, dass eine Familie gemeinsam zu Mittag essen kann, deswegen genießen wir das auch sehr. Nach dem Essen ist mein Mann natürlich wieder arbeiten und Valentina spielt wieder bis zum Mittagsschläfchen, das sie wieder auf mir hält. Manchmal habe ich Glück und sie schläft sich auch mal etwas aus, aber in der Regel schläft sie auch nachmittags nur 30 Minuten. Nachdem sie wieder dezent schlecht gelaunt aufwacht, ist wieder Spielzeit angesagt, damit es aber nicht so langweilig wird, gehen wir dafür mal in ihr Zimmer runter, bleiben oben auf der Spielmatte oder schnappen uns Spielzeug und legen uns in den Garten auf eine Decke bis Papa von der Arbeit kommt und dann Papazeit angesagt ist.

Sobald mein Mann dann die Kleine bespaßen kann, mache ich weiterhin etwas Haushalt und bereite schon alles für den Abend bzw. die Nacht vor. Das bedeutet, dass ich in Valentinas Zimmer die Rollos runterlasse, das Nachtlicht anknipse, das Babyphone anschließe und ihr Bett vorbereite. Nach dem Abendessen, das wir gegen 18 Uhr einnehmen, gehe ich mit Valentina erstmal zum Wickeltisch und mache sie bettfertig. Wie sieht unsere Abendroutine aus? Ich wasche Valentina mit warmen Wasser und Waschlappen, putze ihre Zähne, creme sie mit Calendula bei Bedarf etwas ein und ziehe ihr den Schlafi an. Ja, sie hat bereits 7 fast volle Zähne und 2 sind dabei zu kommen. Also singe ich ein kleines selbst komponiertes Zahnputzlied, damit ich sie bei Laune halten kann und mache mich dabei etwas zum Affen. Nachdem sie fertig ist, bekommt sie noch ihre Gute-Nacht-Flasche in meinen Armen und kommt dann in ihr Bettchen. Es ist nur das Nachtlicht und etwas Musik an. In der Regel schläft sie dann nach kurzer Zeit schon ein und ich habe FREIZEIT! Nachts wacht sie dann noch einmal für die Flasche auf und schläft dann wieder bis morgens durch.

Ok, das klingt ja alles etwas unspannend und eigentlich doch nach einem klassischen Alltag, aber dieser Ablauf ist sehr selten genauso, wie beschrieben. Irgendwas geht immer schief. Zähne, eine verstopfte Nase, unangekündigter Besuch, schlechtes Wetter, eine schlechte Nacht oder einfach eine schlechtgelaunte Valentina können so einen „Alltag“ komplett ins Wanken bringen. Deshalb müssen Routinen bzw. Abläufe eine gewisse Flexibilität mit sich bringen. Wenn der Tag auf die Minute genau vorgeplant ist und stur durchgezogen werden muss, kann das nur schief gehen. Das stresst die Eltern und das Kind gleichermaßen.

Ich habe mittlerweile rausgefunden, dass ich mir bzw. uns nicht zu viel für einen Tag vornehme. In der Regel plane ich eine Erledigung bzw. einen Termin am Vormittag und eine Sache am Nachmittag, damit wir nicht zu viel Stress haben. Damit meine ich größere Haushaltstätigkeiten, Einkäufe, Treffen mit anderen Kindern oder Aktivitäten. Mittwochs und freitags mache ich immer Sport und gebe Valentina dann bei ihrer Oma ab, da das oft schon genug Aufregung für sie bedeutet, plane ich dann meist nur Erledigungen, die ich dann alleine mache. Natürlich könnte ich mein Kind ständig und überall im Schlepptau haben, aber das ist oft für mich und für sie dann zu anstrengend und keiner hat dann etwas aus der Situation gewonnen. An mindestens einen Tag in der Woche treffe ich mich mit einer Freundin und ihrem Sohn, der Valentinas Spielgefährte ist. Wir gehen dann meist spazieren und lassen die Kleinen bei ihr oder bei mir noch etwas zusammen spielen, während wir Kaffee trinken und uns etwas austauschen.

Ihr wisst ja wie das ist, Samstags ist man dann als Familie unterwegs, Sonntags geht’s dann zu den Großeltern oder zu einem Geburtstag. Also gibt es in der Regel nur montags wirklich diesen klassischen Tagesablauf. Demzufolge würde ich mal behaupten, dass es keinen so richtigen Alltag in unserem Leben gibt. Es gibt Routinen und Abläufe, die wir sehr flexibel gestalten, aber kein Tag gleicht so richtig dem anderen. Es ist tatsächlich immer etwas los, ob es das unschöne Zahnen oder ein aufregender Ausflug ist, mit Langeweile hat das Ganze auf jeden Fall nichts zu tun. 😀

Ich danke euch fürs Lesen und hoffe euch bald wieder auf meinem Blog begrüßen zu dürfen.

Eure Maria Saso

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