Meine Chefin ist cholerisch – Mein Job als Vollzeitmama

MariaSaso-Vollzeitmama

Heute habe ich meine Gedanken etwas baumeln und Gespräche Revue passieren lassen. Dabei habe ich mit Bedauern festgestellt, dass wir Mamis manchmal doch sehr stark gegeneinander arbeiten, obwohl wir doch alle an einem Strang ziehen sollten. Im Grunde geht es den meisten Müttern an erster Stelle immer um das Wohlergehen der Kinder. Das verbindet uns alle miteinander. Somit möchte ich euch kurz erzählen, warum ich als Vollzeitmama so zufrieden bin!Vorab möchte ich sagen, dass jede Mama einen harten Job macht, sei sie Vollzeitmama oder eine Mama, die nebenbei noch arbeiten gehen möchte/muss. Meinen größten Respekt geht an alle alleinerziehende Mütter, die einfach keine Wahl haben, arbeiten gehen und ihre Kinder früh zur Betreuung abgeben müssen. Ihr habt den allerhärtesten Job, den es gibt. Seid stolz auf euch!

Ich bin Vollzeitmama. Was bedeutet das denn genau? Nunja, ich übe 24/7 meinen Job als Mama aus. Ab und an nehme ich mir aber eine Pause und gebe Valentina bei Oma oder auch mal für zwei Stunden bei meinem Mann ab. Aber meine Rufbereitschaft bleibt (komme was wolle) bestehen. Ich muss also während meiner Pause gewährleisten, dass ich innerhalb kürzester Zeit mein Kind abholen kann, falls etwas sein sollte. Jetzt denkt ihr vielleicht, dass ich doch etwas übertreibe… aber nein, dem ist nicht so! Es ist wirklich die Wahrheit, ein Job für 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche. Diese Rufbereitschaft gilt übrigens für alle Mamas!

Meine Entlohnung ist natürlich die Zeit mit meinem Kind, aber auch mein Mann entlohnt mich, indem er mir alles gibt, was ich zum Leben brauche. Essen, Kleidung, Freizeitgestaltung, all das wofür ein Einkommen genutzt wird. Natürlich versuche ich mich zurückzuhalten. Die Vollzeitmamis unter euch werden das wohl kennen. Wir entwickeln sogar eher die Eigenschaft der Selbstlosigkeit, weil man sich als Mama schnell auch mal hinten anstellt. Das ist eine Eigenschaft, die in einem gewissen Maße wirklich löblich, aber für das Gemüt der Mutter auch sehr gefährlich werden kann.

Also versuche ich trotz meiner Mäßigung meine Bedürfnisse im Auge zu behalten. Für mich ist es sehr wichtig meinen Sport machen zu können. Dabei kann ich abschalten, das tut meinem Körper und meinem Geist gut. Somit benötige ich finanzielle Mittel und Zeit, um das auch wirklich durchführen zu können (Fitnessstudio etc.). Diese Zeit und diese Mittel werden mir auch gegeben, dafür bin ich sehr dankbar, da das nicht selbstverständlich ist. Ich weiß, dass es Vollzeitmamas gibt, die nicht die Möglichkeit haben sich Zeit für sich nehmen zu können.

Viele fragen mich, wann ich wieder arbeiten möchte, da dies ja scheinbar in unserer Gesellschaft nun ganz normal sei. Die moderne Frau bekommt Kinder und verdient nebenbei noch genügend Geld, um unabhängig zu sein. Mein Mann und ich haben uns damals gemeinsam dafür entschieden, dass ich erst arbeiten gehen sollte, wenn ich es auch möchte. Wir sind Gott sei Dank nicht dazu gezwungen zwei Gehälter haben zu müssen, um unser Leben bestreiten zu können. Aber ihr wisst ja wie das ist, etwas mehr schadet nie. Für mich heißt arbeiten nicht nur Geld verdienen, sondern auch Selbstverwirklichung. Ich möchte gerne eine Arbeit verrichten, die ich gerne mache, denn das Mamadasein ist schon schwer genug. Natürlich würde ich auch Arbeiten verrichten, die keiner machen möchte, wenn es sein muss.

Ich habe in meinem Leben so viele Nebenjobs während des Studiums gehabt, dass ich mit sehr vielen… ich nenne sie mal „Drecksarbeiten“ klar kommen kann. Aber sofern ich dies nicht muss, habe ich mich erstmal dafür entschieden Vollzeitmama zu sein, bis Valentina in die Betreuung geht. Das wird nächstes Jahr mit 2 Jahren der Fall sein. Aktuell wäre selbst ein Minijob nicht machbar, da ich Valentina nicht zu festen Zeitpunkten zuverlässig abgeben könnte. Interesse hätte ich schon, da es etwas Abwechslung in meinen Alltag bringen würde, aber dafür müssten gewisse Dinge einfach anders und kontrollierter ablaufen.

Ich habe mich bewusst dazu entschieden erstmal Zuhause zu bleiben und bin mega zufrieden damit. Genau wie in einem Berufsalltag, ist manchmal der Alltag als Vollzeitmama ebenfalls nervig und eintönig. Man darf nicht vergessen, dass ich eine echt harte Chefin habe, die cholerisch und sehr temperamentvoll reagiert, wenn ich mal etwas falsch gemacht habe. Da muss nur mal das Essen etwas zu heiß oder zu kalt, die Windel etwas zu voll, die Nacht etwas zu kurz oder die Laune einfach mal im Keller sein und schon platzt die BOMBE!

Sehr oft habe ich echt Angst meinen Job nicht gut genug zu machen und zweifle an mir selbst. Es gibt auch Tage, an denen mein Geduldsfaden wirklich sehr dünn ist und ich dann kurz am Zweifeln bin, aber dann ruft mich meine Chefin zum Feedback Gespräch (meist Abends) und gibt mir durch Kuscheleinheiten das Gefühl meinen Job doch ziemlich gut gemacht zu haben. Manchmal wünsche ich mir etwas Urlaub von meinem Job, aber das wird erst möglich sein, wenn Valentina etwas größer ist. Bis dahin mache ich einfach mit meiner Chefin gemeinsam Urlaub. 😀

Neben der Betreuung (von Erziehung möchte ich an dieser Stelle noch nicht so wirklich reden), habe ich aber natürlich noch andere Aufgaben, denn dieses Unternehmen hat aktuell zwei Führungspersonen. Zum einen ist da meine Tochter, die Geschäftsführerin und zum anderen ist da der Geschäftsinhaber… mein Mann. Ich selbst bin ja „nur“ die Prokuristin. Das ist natürlich nur Spaß, aber würde eine Familie mithilfe einer wirtschaftlichen Hierarchiestruktur versehen, dann wäre bei uns diese Struktur vertreten.

Das bedeutet, dass ich den Haushalt versuche so gut es geht zu schmeißen. Mein Mann unterstützt mich auch dabei, aber zu 80% mache ich den Haushalt und koche unser Essen. Vielleicht sind jetzt ein paar von euch geschockt, aber ich mache das auch sehr gerne. Natürlich schaffe ich es nicht immer, dass alles blitzt und man vom Boden essen kann, aber die Wäsche ist immer gemacht, keiner geht mit leerem Magen zu Bett und es ist sauber. Es ist nicht immer ordentlich, da ich manchmal einfach nicht hinterherkomme, aber so ist das Leben mit Kindern nun einmal.

Mein Mann und ich gehen immer gemeinsam einkaufen, da ich es alleine mit Valentina einfach nicht so entspannt schaffe und dann oft sehr viel vergesse, da ich mich beeilen musste. Er kümmert sich auch um den Müll und den Garten. Das ist eine sehr klassische Aufgabenverteilung, die wir haben, aber mit dieser sind wir beide sehr zufrieden. Weder mein Mann, noch ich fühlen sich durch den Anderen unterdrückt oder gezwungen etwas zu tun. Es ist nun einmal eine Verteilung, die in dem jeweiligen Alltag gut reinpasst.

Natürlich gibt es Momente, in denen ich mein Studium bzw. das Arbeiten vermisse, aber ich würde keine Arbeit der Welt gegen den Vollzeitmamajob tauschen wollen. Da könnte man mir noch so viel Geld anbieten, es ist und bleibt der härteste, aber zugleich auch schönste Job der Welt!

Ich danke euch fürs Lesen und hoffe euch bald wieder auf meinem Blog begrüßen zu dürfen.

Eure Maria Saso

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