Cool bleiben! Ich habe mich verändert!

MariaSaso-Veraenderung

Veränderung! Dieses Wort löst in jedem unterschiedliche Gefühle aus. Sind sie negativ oder positiv? Das ist davon abhängig, was man mit Veränderungen in der Vergangenheit verbindet. Ich hatte bis vor kurzem immer ein flaues Gefühl bei Veränderungen. Irgendwie habe ich mehr negative Auswirkungen im Kopf, als positive. Demzufolge habe ich allein nur bei den Gedanken an Veränderungen schon böse Vorahnungen gehabt, ohne es einfach mal auf mich zukommen zu lassen. Vielleicht bin ich deswegen so ein kleiner Kontrollfreak und möchte vorher immer alles gut durchdacht und geplant haben?

Ich habe mich verändert! Eigentlich verändern wir uns alle im Laufe des Lebens ziemlich oft, oder? Die kleinen Veränderungen bemerken wir eigentlich nicht, sie schleichen sich nach und nach ein und irgendwann summieren sie sich und plötzlich merkt man, dass eigentlich ganz schön viel anders ist. Doch ich möchte euch von meiner Veränderung sprechen, seitdem ich erfahren habe, dass wir ein Kind erwarten.

Wie ihr schon auf Instagram verfolgen konntet, habe ich auf jeden Fall schon einmal äußerlich eine Transformation hinter mich gebracht. Ich habe durch die Schwangerschaft sehr viel zugenommen und diese Veränderung nach der Entbindung als sehr negativ für mich empfunden. Somit habe ich etwas dagegen getan, um mich wieder wohl in meiner Haut zu fühlen. Das ist geglückt und ich bin auch super zufrieden damit. Auch die Frisur habe ich aufgefrischt, aber mir geht es natürlich jetzt nicht um die äußerliche Veränderung, die eingetreten ist, sondern um mein Inneres.

Als ich erfuhr, dass wir ein Baby erwarten begann ganz schleichend eine Umformung meiner Einstellungen zu diesem Thema. Ich hatte vorher schon immer mal eine gewisse Meinung zum Thema Baby gebildet, ohne selbst eins gehabt zu haben. Ihr könnt euch denken, dass es doch etwas schwierig ist allein nur durch Beobachtungen und Erfahrungen anderer sich eine realistische Meinung zu bilden. Ich war sogar richtig engstirnig, wenn ich meine Einstellungen im Nachhinein betrachte. Ja, ich war auch gegenüber anderen Eltern sehr kritisch und meinte in manchen Dingen sogar, dass ich es besser wüsste. Schande über mein Haupt, heute weiß ich es tatsächlich besser…dass meine Einstellungen teilweise aus heißer Luft bestanden.

Worin genau besteht denn aber meine Veränderung, seitdem Valentina da ist? Ich bin allgemein viel entspannter geworden. Damit meine ich nicht, dass ich mich zurücklehne, genüsslich mein Glas Rotwein trinke und dabei Musik höre. Nein… also ja, das mache ich auch sehr gerne, aber das ist damit nicht gemeint. Ich habe früher immer dazu tendiert alles zu sehr zu kontrollieren und wenn etwas mal anders läuft als geplant, war ich sofort wütend oder extrem traurig, je nachdem um was es ging. Wenn ich zum Beispiel eine Geburtstagsfeier geplant habe und jemand dann doch einen anderen Kuchen als abgesprochen gebracht hat, konnte mich das schon sehr aufregen, denn es war etwas anderes abgemacht. Also ihr könnt euch vorstellen, dass ich doch sehr angespannt war, selbst wenn es um sehr kleine (und für manch anderen) unwichtige Dinge handelte.

Diese Anspannung und dieses Gefühl alles kontrollieren zu müssen, haben sich total entspannt. Natürlich habe ich trotzdem einen gewissen Anspruch, aber wenn etwas mal anders läuft, dann mache ich einfach das Beste daraus, denn es ist kein Weltuntergang. Dann ist nun einmal ein Karottenkuchen anstelle einer Sahnetorte auf dem Tisch. Ich kann es nicht jedem Recht  machen und ich MUSS ES NICHT! Das habe ich jetzt gelernt.

Aber warum war Valentina dafür der ausschlaggebende Grund? Da ich vor ihrer Geburt bereits klare Vorstellungen für mein Baby hatte, wurde ich schnell nach der Entbindung auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Man kann noch so viel planen und es kommt dennoch ganz anders als gedacht. Wie ihr ja schon in meinem Geburtsbericht und auch in meiner Stillgeschichte lesen konntet, fing damit alles an. Es lief alles anders, als ich es mir gewünscht habe. Das ging dann auch mit Valentina so weiter. Ich wollte ihr nie einen Schnuller geben, sie mindestens ein Jahr stillen, niemals laut nein rufen, mit Brei viel später anfangen, etwas Süßes erst mit einem Jahr geben und und und.

Ich habe einfach gelernt, dass man das nicht pauschal festlegen kann. Ein Kind ist ein Individuum und muss auch so behandelt werden. Dinge, die meinem Kind gut tun, möchte ich nicht verwehren (natürlich in Maßen), auch wenn ich vorher anders dazu eingestellt war. Wer meine Stillgeschichte gelesen hat weiß, wie sehr ich gegen die Pre-Nahrung war und dennoch gab ich sie meiner Tochter, weil sie genau das gebraucht und sie davon auch keinen Schaden genommen hat. Bei meinem zweiten Kind kann alles anders aussehen und dann kommen auch meine Wunschvorstellungen vielleicht eher zum Einsatz, aber es ist ok, wenn alles anders kommt als gedacht.

Diese Veränderung habe ich natürlich nicht nur in den Einstellungen in Sachen Baby und Erziehung festgestellt, sondern in allen Lebenslagen. Ich bin einfach ruhiger, gelassener und offener geworden. Ich glaube, dass ich durch Valentina einfach noch mehr realisiert habe, worauf es im Leben ankommt. Alles was bleibt ist die Familie, der Job und das Drumherum sind natürlich auch nicht unwichtig, aber wenn man alles Hab und Gut verliert, ist nicht mein Handy oder Auto für mich da, sondern die Familie.

Ich danke euch fürs Lesen und hoffe euch bald wieder auf meinem Blog begrüßen zu dürfen.

Eure Maria Saso

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