Wir müssen es endlich akzeptieren!

MariaSaso-Akzeptanz

Wir Eltern können es nicht allen recht und vor allem nicht alles richtig machen! Ich spreche es einfach mal aus, wie es ist. Wir sind nicht perfekt und wir werden es auch nie sein. Wichtig ist es aber, dies als Ziel zu haben. Damit meine ich aber nicht getreu nach dem Motto „Schneller, höher, weiter!“, sondern eher im Sinne des Kindes, versuchen die besten Eltern für das eigene (!) Kind zu sein.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass es Eltern gibt, die sich durch Außenstehende vielleicht unter Druck gesetzt fühlen oder eingeschüchtert werden. Ja, manchmal gehören wir auch dazu. Unbewusst setzt man sich unter Druck, dass das Kind doch jetzt endlich mal eine Fähigkeit erlangt, die ja laut der „Norm“ jetzt schon überfällig sei. Leider stellt man erst im Nachhinein fest, dass man unter Druck stand bzw. sich selbst erst in diese Situation begab.

Ich persönlich halte nicht viel von der „alle sind mir egal“ Einstellung. Andere Meinungen und Erfahrungen sind wichtig, aber sie dürfen uns Eltern nicht unter Druck setzen. Wir müssen versuchen eine gewisse Balance zu finden und gutgemeinte Ratschläge von indirekter Erziehungskritik zu unterscheiden. Wenn wir das schaffen, werden wir feststellen, dass wir uns selbst auch nicht mehr so stark unter Druck setzen und auch etwas entspannter sein werden.

Etwas entspannter werden… das klingt ja schon ein wenig seltsam, wenn es um Kinder bzw. Erziehung geht. Aber ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass eine entspannte Atmosphäre alles viel einfacher macht. Das ist kein großes Geheimnis, so ist es in fast allen Lebenslagen und Bereichen der Fall, dennoch fällt es uns so schwer, wenn es um das Elternsein geht. Wieso das so ist? Ich weiß es nicht… Vielleicht liegt es daran, dass man für ein anderes Leben verantwortlich und das wiederum eine wahnsinnig schwierige Lebensaufgabe bis zum Tode ist!?

Es ist wirklich nicht einfach Eltern zu sein und dann noch dieser Druck es anderen Recht machen zu müssen/wollen!? Natürlich gibt es einige Eltern, die diesen Druck von Natur aus nicht verspüren, aber ich bin mal so frech und behaupte, dass die Mehrheit mehr oder weniger diese Anspannung kennt. Seid mal ehrlich zu euch selbst. Wenn ihr mit anderen über euer Kind sprecht (mein Kind kann, dein Kind kann), dann gibt es immer Situationen, in denen ihr euch bzw. euer Kind rechtfertigt. Bei mir ist das zumindest so. Man kommt immer wieder in eine Verteidigungshaltung und das ärgert mich.

Manchmal wird man durch gewisse Kommentare zu solch einer Haltung gezwungen oder man ist es schon so gewohnt, dass es automatisch passiert. Das finde ich extrem blöd! Ich erwische mich ab und zu mal dabei, während ich genau das mache. In diesen Momenten denke ich mir immer, dass das doch gar nicht sein muss. Sehr oft ist mein Gegenüber auch gar nicht darauf aus mich bzw. mein Kind in Frage zu stellen, dennoch empfinde ich es manchmal so. In den letzten 3 Monaten hat sich das bei mir aber schlagartig verbessert.

Zum Glück bin ich ja insgesamt schon entspannter geworden, wie ich in meinem vorherigen Beitrag bereits erläutert habe, aber jetzt bin ich auch etwas gelassener auch in dieser Hinsicht geworden. Wenn mein Kind sich etwas länger Zeit nimmt zu krabbeln, zu reden oder durchzuschlafen, dann hat das mein Gegenüber einfach so zu akzeptieren, ohne dass ich das rechtfertigen muss. Und ich selbst darf mich bzw. mein Kind auch nicht für etwas ganz „Normales“ rechtfertigen. Ich weiß, dass ich Valentina liebe und darauf achte, dass ich sie nicht überfordere und auch ihre Grenzen wahrnehme. Somit bedeutet das, dass mein Kind selbst entscheidet, wann es welche Eigenschaft lernen möchte und das ist auch in Ordnung. Ich möchte, dass mein Kind ohne diesen Druck aufwächst, der momentan in unserer Gesellschaft herrscht. Natürlich soll „etwas“ aus ihr werden, aber sie darf es selbst entscheiden. Wir als Eltern können nur darauf achten, dass es unseren Kindern gut geht und sie keinen Schaden davon tragen, ob sie nun mit 10 Monaten oder mit 18 Monaten anfangen zu laufen… mal ehrlich… wann seid ihr gelaufen? Hat das wirklich euer Leben bestimmt? Nein, mit Sicherheit nicht!

Also ihr lieben Eltern, falls ihr diese Gelassenheit noch nicht habt, dann schnappt euch einen schönen Tee, lasst die anderen labern und genießt die Zeit mit den Kleinen. Sie werden so schnell groß, da kommt es nicht auf einen Monat an, in dem euer Kind „zu spät“ angefangen hat etwas zu tun. Immer erst einmal Ruhe bewahren und einfach auf euer Kind hören. Jeder Mensch ist ein Individuum und das schon seit der Geburt an und nicht erst nach den ersten drei Jahren.

Ich danke euch fürs Lesen und hoffe euch bald wieder auf meinem Blog begrüßen zu dürfen.

Eure Maria Saso

Beitragsbildnachweis ©  Zackaria Bergadi

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